Artikel » 1. Bundesliga 07-08 » Wattenscheid - Bindlach 4:4 Artikel-Infos
   

1. Bundesliga 07-08 Wattenscheid - Bindlach 4:4
10.12.2007 von GM Michael Bezold

Bericht in der Frankenpost
Bericht auf der Wattenscheider Webseite
59 Bilder vom Wochenende
Bericht von Bindlach - Solingen

Erneutes 4-4 nach 4-2 Rückstand; Slobodjan der Retter!


Für die Dreierrunde hatten wir uns einiges vorgenommen. Klaus Steffan und Klaus Mühlnikel präsentierten allen Mannschaften und den zahlreichen Zuschauern perfekte Rahmenbedingungen. Live Übertragung mit Großmeisterkommentierung, großzügige Räumlichkeiten und stets ein offenes Ohr für sonstige Wünsche. Nur mit den Punkten wollte es nicht so recht klappen. Gegen die überraschend stark aufspielenden Erfurter reichte es mit Glück zu einem 4-4, gegen Solingen hingen die Trauben zu hoch und so wollte man wenigstens gegen die ersatzgeschwächten Wattenscheider voll punkten. Die Aktionäre spielten das dritte Mal mit der gleichen Aufstellung und wir waren fast an allen Partien zum Teil großer Elo-Favorit. Auf den Brettern spiegelte es sich aber nicht wieder. Nach äußerst unspektakulärem Verlauf einigten sich Baklan und Rustemov auf Remis. Wenig später musste auch Ilja Schneider, der bisher zuverlässig gepunktet hat, zähneknirschend ins Remis einwilligen. Er hatte zwar die bessere Bauernstellung, doch die aktive weiße Figurenstellung kompensierte dies anscheinend. Nur unter Aufgabe eines Bauern hätte er weiterspielen können, was aber mit einem Risiko verbunden war. Aber immerhin waren das zwei Schwarzpartien, so dass noch alles im grünen Bereich war. Nach gut zwei Stunden war an den anderen Brettern noch nichts Entscheidendes passiert. Nur bei Roman Slobodjan, der nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 15 Minuten überlegte und schließlich 3.c3 auspackte, gab es Probleme, weil sein eigenwilliger Aufbau sehr viel Zeit kostete, ohne allerdings etwas Zählbares zu erreichen. Letztendlich war aber er es, der mit seinem unbeugsamen Siegeswillen Florian Handke nach gut 5 Stunden Spielzeit niederringen konnte und das 4-4 sicherstellte. Aber vorher passierte natürlich noch einiges. Am Spitzenbrett wollte David Navara gegen Najer unbedingt gewinnen, opferte optimistisch eine Qualität, aber bekam keine ausreichende Kompensation dafür und musste kurz nach der Zeitnotphase die Segel streichen. Hoffnungsschimmer hatten wir bei David Baramidze, der Ralf Appel mit seiner Aljechin Verteidigung zwar nicht vor Eröffnungsprobleme stellte, aber mit knapper Zeit genug Verwirrung stiften konnte. Mit präzisem Spiel hätte er auch den vollen Punkt holen können. Er übersah aber eine Damenopfervariante, bei der der Wattenscheider aufgrund seines gefährlichen Freibauern genügend Gegenspiel hatte. Der Bindlacher musste ins Dauerschach abwickeln und so war wieder eine Chance vertan. Zwischendurch trennten sich Jan Markos und Dr. Volkmar Dinstuhl remis. Die Partie war stets ausgeglichen. Dr. Frank Holzke gelang es, den Jungstar im Team der Aktionäre Falko Bindrich im Spanier listig in eine passive Rolle zu drängen. Er spielte sehr optimistisch und mit Risiko verschaffte sich der Wattenscheider durch Tausch einen Freibauern auf c6. Dieser brachte auch die Entscheidung. Somit stand es vor den beiden letzten beiden Partien 2-4 aus Bindlacher Sicht. Den Anschlusstreffer erzielte Dr. Igor Stohl, der mit all seiner Routine eine fast ausgeglichene Mittelspielstellung gewann. Timo Sträter hatte mutig einen Bauern geopfert um Angriff gegen den weißen König zu bekommen. Zudem waren ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Der erste Ansturm wurde abgewehrt und mit dem Mehrbauern war das Endspiel eine leichte Beute. Slobodjan schaffte dann noch den glücklichen Ausgleich.

Insgesamt gesehen hatten wir uns schon etwas mehr ausgerechnet. Korrekterweise müssen wir aber zugestehen, dass wir sogar eher Glück hatten mit diesen beiden Unentschieden. Nun gilt es, erst einmal einige Punkte zu sammeln, damit nach unten nichts mehr passiert.


Druckansicht   druckbare Version anzeigen
Seite empfehlen   Artikel empfehlen
0 Kommentar(e)   kommentieren
 
Seitenanfang nach oben