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© by Klaus Steffan
27/11/03 23:19


Lehrgang: „Schachtraining für Vereinsspieler“

Jürgen Delitzsch lädt ein


„Königsindisch“ für den aktiven Schwarzspieler

Partiebeispiele

Die moderne Königsindische Verteidigung enthält eine ganze Reihe von unabhängigen Variantenkomplexen mit verschiedenen Bauernstrukturen und orginellen Figurenaufstellungen. Sie haben aber alle eine einzige Zentralidee gemeinsam, nämlich die Bekämpfung des weißen Bauernzentrums durch eine Mischung von Figurendruck und gezielten Bauernvorstößen.

Die teils prominenten Anhänger (früher z.B. Geller, Bronstein, Tal, Fischer / in der Neuzeit u.a. Kasparov, Shirov, Nunn, Polgar) der Königsindischen Verteidigung (die übrigens diese Verteidigung als „Angriff“ betrachten!) debattieren noch immer darüber, ob die Bauerngegenstöße so schnell wie möglich geschehen sollten oder ob es zweckmäßiger ist, das weiße Zentrum zunächst mit Figuren anzugreifen ...

Auf der anderen Seite, weißen Seite ist ein anderes “ewiges“ Problem bis heute noch nicht gelöst: Soll Weiß so schnell wie möglich das Zentrum schließen oder ist es vorteilhafter, die Spannung zu erhalten, um im richtigen Moment das Zentrum zu öffnen?

Besonders interessant von diesem Standpunkt sind die klassischen Systeme der Königsindischen Verteidigung mit der Entwicklung des weißen Königsläufers nach e2.

Dank der Schließung des Zentrums mit d4-d5 erreicht Weiß in diesen Systemen einen gewissen Raumvorteil. Damit wird der Gegner gezwungen, einen Flankengegenangriff zu organisieren, was zu scharfen Stellungen führt.

Königsindisch ist als eine asymmetrische Eröffnung zu betrachten, in der die Strategie von Schwarz darin besteht, die Absichten des Gegners frühzeitig zu stören, um möglichst den eigenen Angriffsplan durchzusetzen!

In der Praxis muß sich Schwarz nach den charakteristischen Eröffnungszügen

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6

auf folgende gängige Hauptsysteme des Weißspielers gefaßt sein:

1)      Klassische Varianten:      5.Sf3 0-0 6.Le2

2)      Sämisch-System:            5.f3 0-0 6.Le3

3)      Awerbach-System:          5.Le2 0-0 6.Lg5

4)      Vierbauern-Angriff:           5.f4 0-0 6.Sf3

sowie nach der leicht abweichenden Zugfolge (ohne frühes e4)     1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7

5)      Fianchetto-System: 4.g3 0-0 5.Lg2 d6 6.Sf3

Anmerkung:

Die Analyse der verschiedenen Variantenkomplexe ist nicht ganz objektiv, sondern individuell geprägt. Das trifft besonders für konkrete Abspiele zu, die ich häufig selbst anwende oder versuche als Schachpraktiker zu bekämpfen. Kurz gesagt, möchte ich auf der Grundlage meiner langjährigen Erfahrungen den Versuch machen, Königsindisch im Überblick darstellen und dabei zu zeigen wie sich die wichtigsten Systeme erfolgreich spielen lassen.

                                                                                                          J. Delitzsch